J
ü r g e n S e d l m a y r
T R A V E L P H O T O G R A P H E
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| Vom Zauber der Gelassenheit "Der
mystische Norden Thailands" |
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"Sawadee - Guten Tagen und herzlich Willkommen in
Thailand - sagte eine kleine, ältere und schmächtige Frau am Eingang
einer kleineren Lodge am Rande von Chiang Mai. Nach 18 Stunden und 9000
Kilometer im Jumbo um die Welt, mit Zwischenstopp in Abu Dhabi und der Hektik
in Bangkok waren wir sehr müde. Wir flogen gleich mit einem Inlandflug
weiter nach Chiang Mai. In einer Lodge angekommen, freundlich empfangen worden
und die Welt lächelt dich wieder an. Wir Farangs - Fremde - sehen die
freundlichen Mandelaugen der älteren Frau. Herzlichkeit? Höflichkeit?
Erwartungen gegenüber dem verrufenen Thailand stehen uns bevor. Wer es
hier aushält, wird Teil von sich selbst und Teil der Ruhe." Für die
Thais ist der Weg zum Glück klar. Glück ist, Gutes zu
tun.
Der Abenteurer und Reisefotograf Jürgen Sedlmayr und
seiner Frau Manuela waren unterwegs im Inneren von Thailand. Sie wollten nicht
baden, sich nicht bräunen, sondern den Norden Thailands erkunden. Die Welt
erkunden ist bereits schon seit 11 Jahren ihr Motto. In dieser Zeit flogen die
zwei Unternehmungslustigen einige Male um die Welt. Andere Kulturen, fremde
Menschen und Sitten und die Fotografie ist der Ansporn für das Leben, aus
dem Rucksack, unterwegs.
"Nach dem Auspacken und einem Abendbuffet
bei Kerzenschein in einer Bambushütte sahen wir bereits alles sehr
gelassen. Freundliche Menschen, großartiges Essen, nettes Zimmer und
ständig ein entgegenkommendes lächeln. Den Stress aus Bangkok, den
Sextourismus in Phuket oder Pattaya, die Bars mit Unmengen von Alkohol, alles
lassen wir ohne es jemals gesehen zu haben, hinter uns." In den ersten Tagen
organisierten wir den weiteren Verlauf für unsere Tour. Vom mieten eines
Taxis mit Fahrer über das einholen hiesiger Informationen und dem
beschaffen genauer Landkarten wollten wir den Norden kennen lernen und
fotografieren."
Der Reiseweg, vorbei an Tempelanlagen an denen
hunderte von Touristen aus dem Bus steigen oder an Kulturgüter mit
unzähligen Souvenirständen und Guids, sollte abseits aller
Normalruten verlaufen. In Nordthailand und um die Gegend von Chiang Mai gibt es
unzählige sehenswerte buddhistische Tempelanlagen. In Ruhe und mit der
inneren Gelassenheit wollten die zwei auf den Pfaden des Buddhismus wandern.
Jürgen Sedlmayr hatte den Plan zuerst durch den Dschungel zu wandern, ein
Floss zu bauen und flussabwärts zu schippern. Das Buddhistische Leben der
Mönche zu fotografieren und dokumentieren, war der Wunsch von Manuela
Sedlmayr. In Verbindung mit dem gegebenen Zeitansatz bauten die zwei Abenteurer
eine Individuelle Reise für sich selbst zusammen. Eine Trekking-Tour und
auf dem Rücken eines Elefanten durch den Dschungel, mit dem Floss auf dem
Fluss, buddhistische Tempelanlagen, kleine Dörfer in der Provinz,
Stammvölker, Besuch des Loi Krantong Festes und eine Tour bis zur Grenze
an das fruchtbare Laos waren die Anhaltspunkte für die
Landeserkundung.
Natürlich begann alles in Bangkok. Das ist
eine laute, stickige, hektische und dreckige Stadt - überbevölkert
mit rund elf Millionen Menschen, aber dennoch unglaublich faszinierend. Wir
hatten den Eindruck, Thailands Hauptstadt macht gar nicht erst den Versuch,
schön zu sein und gerade deswegen ist sie es. Faszinierend auch die
Liebenswürdigkeit der Thais, die uns mit einer Art Demut erfüllt.
Denn sie sehen den Tourist als ein Mensch, der nicht anders ist als sie - nur
eben mit viel mehr Geld. Vielleicht ist es auf die Philosophie des Buddhismus
zurückzuführen, dass sie kein Neid erkennen lassen können oder
wollen. Wen wunderts´s - haben die Buddhisten doch immerhin noch den
Glauben an das nächste Leben
Seit unserer Nepal-Reise im
Jahr 2001 waren wir mit Überzeugung dem Buddhismus verfallen. Die tollen
Klöster mit ihren netten Mönchen sollten auch in Thailand
einwesentliche Bestandteile unserer Reisen werden. Im Laufe der Wochen
besuchten wir die zahlreichen Tempelanlagen, Klöster und kulturelle
Sehenswürdigkeiten: Buddhist Center, Wat Phra Sing, Wat Suan Dog, Wat U
Mong, Wat Chedi Luang, Wat Pra That Doi Suthep, Wat Chet Yot, Wat Phan on, Wat
UMong, Wat Dok Eung, Wat Chiang Man, Wat Pa Pao, Wat Phra That Haripunchai, Wat
Chama Vedi, Wat Kukut, Wat Mahawan, Wat Bupparum, Tha Phae Gate, Wat Che Tawan,
Wat Saen Fang, Wat Pra Doi Kam, Wat ha Sala, Wat Thepharam, Wat Pong Yaeng, Wat
Phra Phutthabat Tak Pha, Wat Tral Mit, Wat Benchamabophit, Wat Arun, Wat Po,
Nachtbazar Silikom Road, Wat Pra Kaeo, Wat Suthat, Golden Mount.
Des
Weiteren kamen wir dadurch in viele Orte, die noch nicht einmal auf der
Landkarte zu finden waren. Wir hatten uns öfters einen Thai mit Taxi
für einige Tage gemietet, der als einheimischer Reiseführer
fungierte. Ohne hiesige Kenntnisse wären wir oft orientierungslos an
unbeschilderten Kreuzungen, Straßen oder Wegen gestanden. Je weiter wir
ins Landesinnere kamen, desto weiniger waren die Beschilderungen und Hinweise.
Wir hatten aber ja unseren Reiseführer dabei und so konnten wir unbedarft
alles was wir sehen wollten auch besichtigen. Dabei kamen wir nach: Doi Saket,
Doi Sup, Lamphun, Lampang, Thung Luang, Chom Tong, Mae Chaem, Bang Yang,
Samoeng, Mae Taeng, Thai Pai, Chiang Dao. Ferner bis nach Ban Sop Tha, Thung
Siaw,
Sanpatong, Ban Pak Tho, Ban Kong Noi, Na Fang, Thai Pai,
Muang Paeng, Ban Sop Ko und bis nach Ban Huay Khian. In der Zeit dazwischen
sahen wir immer wieder große Reisfelder entlang der Wege, rechts und
links. Frauen sitzen unter den Häusern im Schatten und weben oder
verrichten andere Tätigkeiten. In kleinen Bambus-Häusern bekamen wir
ein vorzügliches Essen serviert. Am Rande der Dörfer wachsen Kaffee
und Tee, aber auch Bananen. Überall sieht man den geernteten Rohkaffe zum
Trocknen ausgebreitet. Wir waren von den Menschen und der Landschaft
begeistert.
Bei einer anderen Tour gingen wir einige Tage mit einem
Führer durch den Dschungel. Zum Ausgangsort wurden wir mit einem
älteren, verrosteten Pick-up gebracht. Ab dort ging es jeden Meter
mühsam durch Wälder, über Reisfelder inmitten des Dschungels und
vorbei an Wasserfällen bis zum Elefanten-Camp. Am nächsten Tag ritten
wir dann auf einem Elefanten durch den Dschungel. Es war etwas
gewöhnungsbedürftig, so hoch durch die Gegend zu schaukeln. Der
Elefant ging Schritt für Schritt. Wo die Vorderfüße hingetreten
sind, treten auch die Hinterfüße hin. Nach einer Weile hatten wir
uns daran gewöhnt und konnten es genießen - und es ist wunderbar!
Die Stille im Wald und die Aussicht von oben sind toll. Ferner bauten wir ein
Floss und ließen uns mit der Strömung flussabwärts durch den
Dschungel treiben. Am Ufer sahen wir hin und wieder Frauen ihre Wäsche
waschen, Kinder beim baden oder Männer vertieft in ernste
Dorfgespräche. Keine Hektik, kein Stress und vor allem keine Eile für
irgendwelche unwichtige Erledigungen konnten wir bei den Thais am Fluss
feststellen. Alles ging seinen Weg, eben nur etwas
langsamer.
Abgesehen von der wunderschönen Landschaft und den
netten Thais, von der Gastfreundlichkeit und den vielen Sehenswürdigkeiten
hatten wir folgende Highlights auf unserer Reise: Orchidee Farm,
Höhlenbesichtigung, Long Necks, Akha Bergvolk, Nachtbazar, Blumen u.
Lebensmittelmarkt, Fußmassage, Bo Sang Village, Trekking Tour durch den
Dschungel, Karen Village, Elefanten Tour durch den Doi Inthanon National Park,
Bootstour, Meo Bergvolk, Wasserfall Vachirathan, Mai Sai Valley, Loy Krathong
Festival, Chinatown Bangkok, Thai Boxen im Lumpinistadion. Während unserer
Reise durch den Norden von Thailand sahen wir, Manuela und Jürgen
Sedlmayr, viele interessante Dinge. Einiges haben wir auch vielleicht nicht
verstanden und anderes leider nicht gesehen. Aber eins war uns ständig
klar, die Menschen leben gesünder und vor allem zufriedener als wir
Westeuropäer.
Unser Fazit von der Reise: sechs Wochen sind
für Thailands Norden entschieden zu wenig! Einmal "infiziert", werden wir
den Wunsch, dorthin zurückzukehren um mehr zu entdecken, einfach nicht
wieder los. Außer dem warmen, tropischen Klima und dem legendären,
thailändischen Lächeln gibt es noch etwas, was wir jetzt in unserer
Heimat vermissen - Massagen. Wie schön wäre es, in Ingenheim zur
Entspannung eben mal schnell eine bezahlbare Massage zu bekommen! Vor allem
eine traditionelle, thailändische, nach der man sich unglaublich leicht
fühlt. |
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